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Deutscher Astrophysiker gewinnt Nobelpreis für Physik

Deutschland hat einen neuen Nobelpreisträger. Für seine bedeutenden Forschungen zu Schwarzen Löchern gewinnt der deutsche Astrophysiker Reinhard Genzel gemeinsam mit der US-amerikanischen Astronomin Andrea Ghez eine Hälfte des diesjährigen Nobelpreises für Physik. Geehrt werden sie für ihre Entdeckung des supermassereichen Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße.

Phänomen der Schwarzen Löcher

Die beiden Forscher teilen sich den renommierten Preis mit dem Briten Roger Penrose. Der Mathematiker und theoretische Physiker hatte 1965 durch hochkomplizierte mathematische Methoden überhaupt erst bewiesen, dass sich Schwarze Löcher bilden können und damit den wichtigsten Beitrag zur Allgemeinen Relativitätstheorie seit Albert Einstein geleistet.

Lohn für 30 Jahre Forschung

Genzel hat Physik an der Universität Bonn studiert und 1978 am Max-Planck-Institut für Radioastronomie promoviert. Der aus Bad Homburg bei Frankfurt am Main stammende Wissenschaftler, der auch in Harvard und Berkeley forschte, beschäftigt sich seit 30 Jahren mit den gigantischen Schwerkraftmonstern. Der Vater zweier Töchter, selbst Sohn eines Physikers, leitet seit 1986 das Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching bei München.

Der Nachweis des Unsichtbaren

Unabhängig voneinander gelang Genzels Team und den Wissenschaftlern um die US-Amerikanerin Gehz von der University of California in Berkeley nun der Nachweis des Unsichtbaren. Sie lieferten den bisher überzeugendsten Beweis für die Existenz eines supermassereichen Schwarzes Lochs im Zentrum der Milchstraße. In der Begründung des Nobelpreis-Komitees heißt es, die beiden Teams hätten entdeckt, „dass ein unsichtbares und extrem schweres Objekt die Bahnen der Sterne im Zentrum unserer Galaxie regiert“.

Schwarze Löcher verschlingen alles

Andrea Ghez ist erst die vierte Frau unter den bisher 216 Menschen, die mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet wurde. Ihre und die Arbeit der beiden anderen diesjährigen Nobelpreisträger für Physik sorgten für neue bahnbrechende Erkenntnisse auf dem Gebiet der faszinierenden Schwarzen Löcher. Diese superschweren Massemonster lassen sich ihre Geheimnisse bisher nur mühsam entlocken. Sie verschlingen alles, was ihnen zu nahe kommt, selbst Licht. Deshalb sind sie so schwarz und somit eben nur äußerst schwer zu verorten im finsteren Weltraum. Erst vor anderthalb Jahren war es einem anderen Astronomen-Team mithilfe eines weltweiten Netzwerkes von Teleskopen das allererste Mal überhaupt gelungen, ein Foto von einem Schwarzen Loch zu machen.

Entdeckung gelang mit innovativen Verfahren

Wie Chemiker Linus Pauling (im Bild) gehört nun auch Reinhard Genzel zu den Nobelpreisträgern der Wissenschaftsgeschichte. ©SciencePhotoLibrary

Entdecken lassen sich diese Phänomene daher nur mit hochkomplexen, indirekten Verfahren. Genzel und Ghez setzten die größten Teleskope der Welt dafür ein und entwickelten hochpräzise, innovative Methoden der Beobachtung. Laut Nobelpreis-Komitee haben sie „die Grenzen der Technik erweitert“. Nur so war es ihnen möglich, durch interstellares Gas und Staub hindurch die Region Sagittarius A* im Zentrum unserer Milchstraße zu kartieren und das dortige unsichtbare, extrem schwere Objekt als Schwarzes Loch zu identifizieren.

In einer Reihe mit berühmten Preisträgern

Diesen und allen herausragenden Wissenschaftlern, deren Leben vom ständigen Streben nach neuen Erkenntnissen geprägt ist, verdankt die Menschheit ihren heutigen Wissensstand und alles, was damit zusammenhängt. Genzel, Ghez und Penrose reihen sich nun ein in die ehrenwerte Liste bedeutender Preisträger der Wissenschaftsgeschichte, die für ihre bahnbrechenden Leistungen mit dem Nobelpreis belohnt wurden.

 

Cover: ©Science Photo Library / 12504594

 

 

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