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Fotograf im Porträt: Katrin Winner – Mit einem Blaubeertörtchen fing alles an…

Ihr erstes Food-Foto war ein Blaubeertörtchen. Seitdem dreht sich bei der Fotografin Katrin Winner alles ums Essen. Auch für StockFood und StockFood Studios produziert sie in ihrem Münchener Foto-Studio regelmäßig die schönsten Aufnahmen. Wir stellen die Fotografin in einem Interview vor.

Wie bist Du Fotografin geworden?

Katrin: Eigentlich durch viele glückliche Zufälle. Zunächst habe ich eine Ausbildung als Mediengestalterin absolviert. Das kreative Arbeiten am Computer hat mir sehr gut gefallen: Flyer gestalten, Web-Seiten designen und programmieren, Animationen erstellen etc. Nach meiner Ausbildung habe ich zunächst mein Abitur nachgeholt. Das schloss ich in der Fachrichtung Wirtschaft ab. Es war sozusagen eine kleine Pause von der Kreativität, bevor ich mein Design-Studium an der Fachhochschule Nürnberg startete. Die Fotografie kam also erst im Studium dazu. Dort habe ich mich auf Grafik-Design und Fotografie spezialisiert. Schon während des Studiums durfte ich bei namhaften Food-Fotostudios in Hamburg und München wertvolle Erfahrungen sammeln, danach arbeitete ich mehrere Jahre als festangestellte Fotografin. Anfang 2018 habe ich beschlossen, mich mit meinem eigenen Tageslicht-Studio für Food- und Still-Life-Fotografie selbstständig zu machen. Es ist in Obergiesing, einem Stadtteil von München. Wenn die Sicht gut ist, hat man von dort aus sogar einen Blick auf die Alpen…

 

Porträtfoto ©Katrin Winner

 

Warum hast Du Dich schließlich für die Food-Fotografie entschieden?

Katrin: Gekocht habe ich schon immer gerne, aber noch lieber gegessen. Im zweiten Semester hatten wir im Fach Fotografie das Thema „Dokumentation“. Jeder musste dazu innerhalb einer Woche eine Bilderstrecke abgeben. Während ich zu Hause gerade ein kleines Blaubeertörtchen zubereitete, grübelte ich, was ich denn dokumentieren könnte. Ich kam einfach zu keinem vernünftigen und brauchbaren Gedanken… Bis ich das Blaubeertörtchen fertig hatte und dachte: Das sieht ja hübsch aus. Da kam mir die Idee: Ich dokumentiere, wie Essen zubereitet wird. So entstand mein erstes Food-Foto: ein Blaubeertörtchen. Ich glaube, ich habe sogar noch einen Ausdruck davon. Es ist ja mittlerweile schon elf Jahre her. Jedenfalls hat mein damaliger Professor das Foto gesehen und gesagt: ,Food-Fotografie ist genau das, was zu Dir passt.‘ Und so dreht sich seit Jahren bei mir alles um das Thema Essen.

 

Wie würdest Du Deinen Fotografie-Stil beschreiben?

Katrin: Ich denke, ich kann in meinen Arbeiten sehr wandelbar sein, denn ich muss auf Kundenwünsche und deren Anforderungen flexibel reagieren. In der Auftragsfotografie arbeitet man oft nach Briefing. Wichtig ist vor allem, die Zielgruppe des Kunden zu definieren, beratend zur Seite zu stehen und auch auf den Einsatz der Bilder, beispielsweise Print, Web, Anzeigen etc., einzugehen. Auch offen für Neues zu sein und mal andere Ansatzwege auszuprobieren, finde ich sehr wichtig. Persönlich mag ich am liebsten Tageslicht, tolle Keramik, Untergründe mit Struktur und selbstverständlich schönes Essen.

 

Was inspiriert Dich?

Katrin: Natürlich schaue ich auch auf Instagram und Pinterest. Aber diese ganze Bilderflut ist manchmal Fluch und Segen zugleich. Oftmals hat man das Gefühl, schon alles gesehen zu haben. Deswegen bin ich wahnsinnig gern draußen in der Natur. Formen, Farben und Licht finde ich unheimlich spannend. Und natürlich finde ich es auch schön zu sehen, wo Lebensmittel denn eigentlich herkommen. Packaging Design ist eine weitere Inspirationsquelle. Ich denke, dass die Designer da echt gute Arbeit leisten, um schöne, kreative Food-Verpackungen zu gestalten. Auch die Verbindung von Fotografie und Typografie ist eine spannende Sache.

 

Hast Du ein spezielles Markenzeichen beim Fotografieren?

Katrin: Ich habe – zum Leidwesen der Foodstylisten – einen absoluten Kräuterblätter-Faible. Die müssen bei mir immer frisch, mit einem schönen Schwung sein und damit kann ich manchen Foodstylisten zur Verzweiflung bringen…

 

Gibt es für Dich einen Lieblingsgegenstand innerhalb Deiner Ausrüstung?

Katrin: Klemmen jeglicher Art – wer hat sich noch nie mehrere Arme gewünscht?

 

Erzähl uns bitte von Deinem ungewöhnlichsten Shooting!

Katrin: In Zusammenarbeit mit Stockfood und dem Athesia Verlag habe ich ein Wildkochbuch fotografiert und musste neben Innereien auch ein Rehherz fotografieren. Es kam früh morgens frisch vom Jäger und war auch noch blutig. Was für viele erstmals sehr abschreckend und grausam klingt, finde ich überaus wichtig. Das Prinzip ,Nose to tail‘, also das ganze Tier zu nutzen, empfinde ich als die richtige Herangehensweise.  Viele sehen leider nur das abgepackte, zerteilte und gesäuberte Fleisch in der Kühltheke. Aber dass dahinter ein Lebewesen steckt, mit Augen, Nase, Ohren und eben auch einem Herzen, sehen viele leider nicht. Ich denke, der Respekt dem Tier gegenüber ist sehr wichtig und auch die Arbeit und die Arbeiter, die dahinterstehen. Ich bin im bayerischen Wald auf einem kleinen Bauernhof aufgewachsen. Durch den landwirtschaftlichen Betrieb meiner Eltern und die Mithilfe auf dem Hof hatte ich schon früh einen Einblick, wieviel harte Arbeit und Energie in der Herstellung von natürlichen und frischen Lebensmitteln steckt. Darum bin ich stets darauf bedacht, nachhaltig zu arbeiten.

 

Für welche Klienten arbeitest Du?

Katrin: Da ist die Bandbreite wirklich groß: große Konzerne, mittelständische Unternehmen, diverse Verlagshäuser und Redaktionen, Start-up Unternehmen und natürlich Stockfood und StockFood Studios. Weiterhin finde ich es sehr aufregend, für Start-up Unternehmen zu arbeiten. Mit gefällt es, neue innovative Produkte zu fotografieren und die Firma von der Markteinführung bis hin zum Wachstum begleiten zu können.

 

Bleibt neben der Fotografie noch Zeit für Hobbys?

Katrin: Ich verbringe meine Zeit zwar sehr gerne in meinem Studio, bin aber auch der Meinung, dass Auszeiten sehr wichtig sind. Seit 2011 wohne ich mit meinem Mann im schönen Süden von München. Ich genieße die Zeit draußen in der Natur, oft auch in Österreich oder im bayerischen Wald. Ich fahre Mountainbike und im Winter – falls Schnee liegt – findet man mich auf der Loipe beim Langlaufen. Wenn das Wetter gar nicht passt, bin ich beim Klettern in der Halle. Ansonsten gehe ich wahnsinnig gerne essen und tatsächlich gehört auch Stricken zu meinen Leidenschaften.

 

Wie schaffst Du es, das alles unter einen Hut zu kriegen?

Katrin: Ohne die Unterstützung meines Mannes, meines tollen Teams und meiner Freunde wären mein Job und mein Foto-Studio gar nicht möglich. Dafür bin ich sehr dankbar. Und das Wichtigste: Es ist gut, sich oftmals nicht zu ernst zu nehmen. Wer mich kennt, weiß, ich habe viel Humor…

Entdecke hier Katrin Winner bei StockFood

 

Cover: ©StockFood / Katrin Winner / 12536115

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