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Fotografen-Porträt: Alicja Koll – inspiriert von Kunst & Design

Unsere polnische Fotografin Alicja Koll lässt sich gern von Künstlern, wie Malern und Architekten, inspirieren und ist besonders fasziniert vom Design der 50er und 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts.  Diese Leidenschaft spiegelt sich auch in vielen ihrer Bildern wider. Die Fotografin geht regelrecht auf Requisitenjagd, um Accessoires aus dieser Zeit zu ergattern und in ihre Fotos einzubauen. Dabei setzt sie ganz auf natürliches Licht und liebt es, mit Schatten zu spielen. Wir stellen sie Ihnen im Porträt vor.

 

Fotos ©Alicja Koll

Wie alles begann

Alicjas Leidenschaft für die Fotografie entstand schon in der Kindheit. Die Kamera begleitet sie bereits ein Leben lang. Schon zu Schulzeiten liebte sie es beispielsweise, Stillleben zu fotografieren – bevorzugt in schwarz-weiß und mit klassischer Beleuchtung.

Als sie schließlich vor etwa zwölf Jahren damit begann, mit der Kamera auch ihren Lebensunterhalt zu verdienen, fiel ihre Wahl auf Food- und Produktfotografie nicht von ungefähr. Dies war eine sehr bewusste Entscheidung.

 

„Da ich eher introvertiert bin, arbeite ich besser mit Objekten als mit Menschen. Aber das heißt natürlich nicht, dass ich keine Menschen mag.“

Heute arbeitet sie hauptsächlich für Gastronomen und Lebensmittelhersteller. Außerdem fotografiert sie mit Vorliebe Objekte, die von Kunsthandwerkern hergestellt wurden und Kunstwerke für das Privat-Archiv von Künstlern. Studiert hat Alicja an der School of Art Photography in Jelenia Gora. Vorher wurde sie an der School of Arts and Crafts im Bereich Bildhauerei ausgebildet.

Der Stil

Alicja liebt natürliches Licht. Sei es in ihrem Heimstudio oder beispielsweise in einem Restaurant; sie versucht stets, die vorhandenen Lichtverhältnisse bestmöglich für ihre Produktion zu nutzen.

 

„Ich beginne meine Arbeit immer mit der Suche nach dem richtigen Licht oder besser gesagt dem richtigen Schatten. Schatten ist sehr wichtig auf meinen Fotos.“

Wenn sie sich an die Arbeit macht, hat sie gewöhnlich einen groben Plan von dem jeweiligen Projekt. Sie wählt bestimmte Farben aus, bereitet gewisse Requisiten vor. Alicja improvisiert allerdings auch gern. So kommt es oft vor, dass sich während eines Shootings viele Sachen nochmals ändern und das Endergebnis ganz anders aussieht, als geplant. Zu ihrer Lieblingsausrüstung gehören die Objektive 50mm f1.4 und 90mm f2.8. Stative verwendet die Fotografin eher ungern, sie fühlt sich dadurch etwas eingeschränkt.

Hunde als Foto-Assistenten

Treue Begleiter bei Alicjas Foto-Sessions sind zumindest im heimischen Fotostudio stets ihre beiden Hunde Mocca und Miya. Die finden es vor allem interessant, wenn Frauchen sich ganz flach auf den Boden legt, um aus einer speziellen Perspektive heraus zu fotografieren. Sie lieben es, mit den Requisiten zu spielen. Und ja, tatsächlich kam es auch schon vor, dass sie die eine oder andere Requisite zum Fressen gern hatten… Neben ihren tierischen Foto-Assistenten kann Alicja auch auf menschliche Unterstützung bei ihrer Arbeit bauen: Die Fähigkeiten ihres erwachsenen Sohnes im Bereich Technik-Support schätzt und bewundert sie sehr.

Fasziniert vom Design der 50er und 70er Jahre

Inspiriert wird Alicja bei ihrer Arbeit durch viele zufällige Aspekte. Das kann das Muster auf der Bluse eines vorbeilaufenden Mädchens sein, Farben auf der Fassade eines alten Mietshauses, die Polsterung eines Stuhls in einem lauschigen Café. Steine, Strukturen, Gegenstände – für Alicja ist ihre gesamte Umwelt eine einzige und nie versiegende Inspirationsquelle. Dabei ist sie besonders fasziniert vom Design der 50er und 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Große Künstler dieser Zeit inspirieren sie sehr, nicht nur Fotografen, sondern auch Maler und Architekten. Viele Objekte aus dieser Epoche hat die Fotografin selbst zuhause: Möbel, Lampen, Keramik, ein wenig Glas.

 

„Ich bin in diesem Punkt wie eine Elster. Ich suche verschiedene Artikel aus dieser Zeit auf Messen, Flohmärkten oder Secondhand-Geschäften. Wenn es mir gelingt, etwas zu ergattern, habe ich sofort viele Ideen für die Sessions mit diesem Schatz in der Titelrolle.“

Die Fotografin schätzt die Kunst und das Design der 50er und 70er Jahre vor allem, weil sie auch sich selbst als Minimalistin empfindet. Übertreibungen mag sie gar nicht und versucht stets, dies auch auf ihren Bildern zu vermeiden.

Der Kunst eng verbunden

Die Liebe zur Kunst ist Alicja gewissermaßen in die Wiege gelegt worden. Sie ist in Jelenia Góra aufgewachsen, einer Stadt der Kunst, des Theaters und großartiger Architektur. Und auch die Fotografie spielt in Alicjas Heimatstadt schon immer eine große Rolle.

 

„Jelenia Góra ist mein Platz auf Erden, ich habe hier alles: Familie, gute Freunde, mein Zuhause und die Berge. Ich kenne diese Stadt wie meine Westentasche, aber sie überrascht mich immer noch, ich entdecke immer wieder etwas Neues.“

 

Experimente mit historischen Fotografie-Techniken

Wenn Alicja mal nicht fotografiert, tollt sie am liebsten mit ihren Hunden im Freien herum. Sie schätzt ihre Unabhängigkeit und dass sie sich ihre Zeit frei einteilen kann.

 

„Ich bin ein Anhänger von ,slowlife‘, ich habe die Fähigkeit, innezuhalten und den Moment zu feiern mit einem Gefühl der Dankbarkeit. Ich fühle mich hier wohl, wo ich bin. Ich bin nicht daran interessiert, zu jagen und zu kämpfen, ich bin nicht von der Karriere abhängig.“

Alicja ist der Ansicht, dass das Leben dazu da ist, für sie viele wunderbare Überraschungen bereitzuhalten. Und läuft es doch mal nicht ganz rund, kehrt sie zur Entspannung gern zurück in die Tiefen ihrer altmodischen Dunkelkammer. Denn an der heutigen Fotografie vermisst Alicja doch manchmal sehr die emotionale Komponente. Deshalb fotografiert sie immer wieder auch mit alten Großformatkameras und experimentiert mit historischen Fotografie-Techniken wie Cyanotypie, Gummidruck und Kollodium-Nassplatten-Verfahren. Dies ist Alicjas ureigene Methode, ihre Batterien wieder aufzuladen und sie liebt es von Herzen.

 

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